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Portrait > Die Poesie

Als Künstler gibt es eine eigene Betrachtungsweise des Lebens. Eine, die sich im Inneren über die persönlichen Ideale geformt und erschaffen hat. In jeder Arbeit kommt dieser philosophische Aspekt mehr oder weniger zum Tragen. In allem ist eine Botschaft vorhanden, die sich oft über die Symboliksprache verschlüsselt zeigt. Der Wunsch, Schönheit über das kreative Schaffen mit der Welt zu teilen, ist gepaart mit dem Wunsch funktionierendes Wissen mit einzubeziehen.
 
So ist es nicht erstaunlich, dass nach Jahren der freischaffenden Kunst sich auch der innere Philosoph und der Poet sich melden. Texte zu schreiben haben Der Mensch als manifestierte Energie.einen ähnlichen Charakter wie Skulpturen oder Bilder zu schaffen. Sie entstehen einfach, indem man dran bleibt, schreibt und schreibt, bis sich von selber zeigt, was sich Aussen manifestieren wollte. Auf diese Weise sind viele Texte und Gedichte entstanden, die alle mit der eigenen Lebenserfahrung und -träume im engen Zusammenhang stehen.
 
Wie Kunstwerke sind auch Gedichte verschlüsselt. Nie wird es gelingen ein Gedicht einmal zu lesen um es gleich zu verstehen. Zu vielfältig sind die Schichten in denen sich ein Gedicht bewegt. Es passiert mir immer wieder, dass ich ein altes Gedicht von mir lese und, obwohl ich sie kenne, es mich aufs Neue zutiefst berührt. Die Gänsehaut und der innere Schauer sind dann unausweichlich. Diese Resonanz verbindet Innen und Aussen, Unten und Oben oder Seele und Geist, der Intellekt.
 
Oft sehe ich den Menschen als Musikinstrument. Jeder Einzelne hat seine individuellen  Klangstrukturen, die in Harmonie oder in Disharmonie sich zeigen. Es ist meine Überzeugung, dass jede kreative Ausdrucksweise unser inneres Instrument beeinflusst und verfeinert, um sich Schlussendlich mit der Melodie der Schöpfung zu vereinen. Bis dahin ist es aber immer noch ein langer Weg.
Ich würde mich freuen, mit meinen Texten Ihnen den Weg dahin etwas zu verkürzen. Schwierige Dinge leicht zu machen, Unüberwindbares überwindbar und Unverständnis in Verstehen zu verwandeln.
 
Das unten angefügte Gedicht, das "Erwachen" bezieht sich hier auf den Frühling, der auch im Kleinen mit jeder neuen kreativen Arbeit einher geht.

Das Erwachen

Die Kraft hat in der Erde geschlummert,
zurückgezogen im Schosse der Nacht,
die Menschen, sie haben nach der Sonne gehungert,
Hunger, nach dem Spiegel der äußeren Pracht.
 
Sehnsucht nach dem neuen Erwachen,
nach Vater Sonne, der wärmenden Macht,
zu besamen Mutter Erde, in Ihrem Lachen,
als liebendes Paar in allem, die Liebe erwacht.
 
Alles will sich neu gebären,
aus dem Innern ans Licht,
sprießen, keimen, vereinen und nähren,
Duft und Farben weben ein neues Gedicht.
 
In noch größerer Schönheit wiedergeboren,
entfalten sich die verträumten Herzen,
Nahrung für die Seelenohren,
auf dem Altar, der brennenden Kerzen.
 
Dieses Strahlen kann nur die Kälte aufhalten,
Verhinderung der Liebesresonanz,
offene Herzen aber wollen walten,
nach Außen kehren den inneren Glanz.
 
Der erwachende Frühling erinnert an’s Sein,
die eigene Blume in Herzen seh’n,
die Brücke, als Regenbogen zum großen Keim,
wo die Bäume des Lebens steh’n.
 
Der Atem des Lebens trägt die Liebessubstanz,
pulsierend, vibrierende Nahrung,
die Winde führen diesen Tanz,
das Leben liebt die Paarung.
 
Wachsen, Werden und Gedeihen,
hin zum Lichte und in die Erde,
verbindet, ohne zu Entzweien,
Harmonie in Gegensätzen,
werde!
 
W. B. Probst
 
Glauben und Wissen sind nicht daselbe. In den folgenden Zeilen sind zu diesem Thema Aussagen entstanden, die nicht da sind um sie einfach zu glauben. Also bitte glauben Sie nichts, sondern prüfen und fühlen Sie das Besagte.
 

DIE OHNMACHT DER MACHT

 
Gewahrsein scheint mir wie süße Medizin, die mich ins Zentrum meines Lebens führt. Es fühlt sich sehr gut an, diese Mitte zu halten, ich verstehe mehr und mehr wer ich bin und schon immer war. Vom Glauben komme ich her, der mir sagte wie Dinge sind. Doch dann habe ich erkannt, dass dieser Rahmen mich sehr begrenzt und gefangen hält. Nie konnte ich ihn überschreiten oder umgehen. Immer wieder hält er mich zurück und bestimmt über mich, gnaden- und rücksichtslos. Kann das so weitergehen? Gibt es daraus ein Erwachen?
Alle Arten von Glauben habe ich angeschaut und alle haben sie etwas Gemeinsames; sie sind klein, begrenzt und von einer dunklen Kraft beseelt. Wo sie aufeinander stoßen, bekämpfen sie sich und bringen sich gegenseitig um, so dass es scheint, dass nur einer der einzig Richtige ist. So will er bekehren und viele betören, Blindheit gegenüber dem Andern erzeugen. Er entwurzelt die Demut und kreiert das Leiden.
Die Rücksichtnahme für den Nachbarn ist gelähmt, verdorben und gestorben. Es ist nicht möglich, dass es so weitergeht. Die Sonne scheint für alle in derselben Pracht, auch hat die Mutter Erde es immer so gemacht und immer nur an dies gedacht. Nie wurde jemand erhöht über den Andern. Der Glaube aber macht das, denn das ist seine Macht, Die Mittenicht zu prüfen. Wo bleibt dass Wissen, das weise macht? Der Glauben hat niemals daran gedacht die Macht abzugeben, damit jemand erwacht. Schlafen sollen sie in kindlicher Schuld. Glaube missbraucht des Schöpfers Macht und des Menschen Pracht.
Lasse ihn sterben in Dir und glaube nichts. Ich prüfe die Dinge ob sie für mich stimmen oder nicht. In Freiheit habe ich das Recht zu prüfen und zu bestimmen was ich nehme oder nicht. Was für mich nicht stimmt, lasse ich los, dann fühle ich mich gut und auch mein Nachbar, der was anderes tut. Somit weiß ich was für mich stimmig ist und was nicht und ich bin mit niemandem im Gericht. Ich kann alle lieben ohne zu besiegen, mit kraftvoller Schönheit zu ehren mich selbst und meine Nächsten. Dieses Wissen ist es was ich fühle, denn mein Körper spricht zu mir. Nichts ist ausgeschlossen durch das Wissen, denn mein ganzes Fühlen ist mit dabei. Ich weiß, der Glaube ist nicht mein Schrei!
Walter B. Probst
 

Neu bedenken

Gefangen
in den eigenen Trieben,
der Baum des Lebens hat Struktur,
in der Wurzel ist die Geschichte geschrieben,
Charakter, vereinbarte Natur.
 
Unausweichlich sind die Taten,
Verträge sind zum Halten da,
Unerledigtes kommt in Raten,
vergessen, was einst geschah.
 
Entschieden sind die Reaktionen im Leben,
immer gleich werden sie vonstatten geh’n,
den Knopf zu drücken, schon geht’s daneben,
ein Stück Vergangenheit ist zu seh’n.
 
Für Programme mussten sich alle entscheiden,
die Kinder haben dies erfolgreich gespielt,
das eine lieben, das andere meiden,
bekennen, zu was die Wahrheit hielt.
 
Gefangen in der Schlaufe der Unendlichkeit,
auf der Bühne des Lebens gespiegelt,
im Außen zu sehen den Widerstreit,
im Innern schon lange versiegelt.
 
Wiederholung wird das Abenteuer sein,
im Kreise nochmals zu dreh’n,
vieles verrät den nährenden Keim,
doch niemand will ihn seh’n.
 
Veränderung wäre angesagt,
Altes neu zu entscheiden,
ein „give away“ ist gefragt,
loslassen, mit geringstem Leiden.
 
Alte Verträge neu bedenken,
einzutauchen ins neue Licht,
Vereinbarungen,
die Liebe schenken,
aus der großen Sicht.
 
 
W. B. Probst
 

Die folgenden Zeilen behandeln ein weit verbreitetes Thema. Auch hier gilt derselbe Grundsatz: Bitte glauben Sie nichts!

DAS LIED DER DROGEN

Immer wieder habe ich erfahren, dass die Leere sich augenblicklich wieder auffüllt. Sie will sich Vollkommen und Ganzheitlich fühlen. Nichts habe ich in unserer Welt gefunden, das Substanzlos ist und sich damit begnügt. Alles was sich entleert, füllt sich wieder an, um etwas zu sein. Mein Körper weiß das, denn das ist seine Sprache, das was er fühlt, mit dem wird auch aufgefüllt. Dieses Wissen hat er mitgebracht und strahlt aus allen Kinderaugen. Es beglückt mich zutiefst zu sehen, dass in kleinen Menschenkindern noch nichts verrückt ist. Ihre Substanz ist Wissen. Doch wie lange bleibt das noch so? Die äußere Welt bewirkt und drückt und macht, dass sich die Substanz verrückt.
Auch ich bin eingetaucht in diese Welt des Glaubens und vermochte mein Wissen nicht zu bewahren. Hilf- und schutzlos war ich ausgesetzt dem Glauben meiner Nächsten. Dank meiner Aufnahmefähigkeit wurde ich geformt und strukturiert. Einem Galvanisationsprozess gleich habe ich alles angenommen, abgespeichert und begraben in den tiefsten Ebenen meines „Seins“. Keine Möglichkeit dem zu entrinnen, denn meine Seele hat diese Erfahrung gesucht und gefunden. Das Wissen des Körpers aber ist immer noch da. Nichts hat er vergessen wer er ist und immer schon war. Er kennt seine Alchemie seiner inneren Welten, und lässt sich nicht betrügen oder belügen. Wenn ich sein Wissen teile ist er schön, gesund und stark. Benutze ich den Glauben, entrinnt mir sein Wissen und ich erreiche was mein Glaube vermag.
Aller Art von Glauben habe ich geprüft, und erfahren, dass er einschränkt und begrenzt, nicht wachsen kann und somit auch nicht lebt. Er kann den Brückenschlag zu meiner Seele nicht kreieren, er hält mich gefangen im engsten Raum. Und wo er mit einem anderen Glauben zusammentrifft, gibt es Konflikte, Intoleranz und Streit. Die Frage des Krieges ist nicht mehr weit. Ich habe meinen Körper gefragt was er weiß und welche Substanz dieses Wissen enthält. Alles was ihn lebendig und schöner macht, unterstützt und bereichert seine mitgebrachte Pracht. Schimpf, Schande und Schuld ist der schnellste und direkteste Weg ihn zu betrügen und für ihn ein Gräuel, denn das sind die größten Lügen. Geboren wurde ich frei von Schuld, in Reinheit und Vertrauen. Doch wie gesagt habe ich alles angenommen was mich umgab. Ohne zu prüfen ob mir das entspricht, der eingepflanzte Glaube machte es zu meinem Lebensgedicht. Ich habe erfahren, der Hunger meiner Seele wurde nie gestillt. Zärtlichkeit und Liebe, Ehrung und Respekt waren viel zu klein, denn selten war jemand daheim. Alle mussten arbeiten, zum Spielen war keine Zeit, meine Seele Kreide auf Papierist fast verhungert, oft habe ich innerlich geweint.
Doch dann, nach Jahren habe ich sie gefunden, die, die meinen Körper loben. Sie haben sehr, sehr viele Namen, einer davon ist DROGEN. Für lange Zeit haben sie mich belebt, gelehrt, aber auch betrogen und immer wieder Lebenskraft entzogen. Doch dann, nach langem Kämpfen und Ringen fing mein Körperwissen wieder an zu schwingen. Es hat mich aufs neue wieder angelacht und mir sein Körperwissen nahe gebracht. Es hat mich gebeten nichts mehr zu glauben. Denn er, der Glaube sei es, der mein Körperwissen raube. “Und wisse“, sagte es, „auf der Liste der Drogen, ist der Glaube die Nummer eins, ganz oben. Und bitte, glaube dies nicht, sondern prüfe ob das für dich stimmt oder nicht. Dann weißt du, dass das dein Wissen ist, das aus deiner Seele kommt und nichts vermisst“.
Seitdem weiß ich, dass meine Lebenssubstanz und -form ich selber bestimme und durch mein Körperwissen immer wieder mein Lebenslied auf neue Weise singe.
 
Walter B. Probst
 
Das folgende Gedicht bezieht sich auf die fünf Welten der Grossmutter Erde zusammen mit den sieben Chakren (Räder) unserer feinstofflichen Zentren. 1. das Sonnenrad, 2. das Erdrad, 3. das Pflanzenrad, 4. das Tierrad, 5. das Menschenrad, 6. das Ahnenrad und 7. das Traumrad.
 

Lebenskraft

 
Der Samen als Feuer vom Sonnenschein,
 das Licht von Wissen und Verstehen,
bestimmt die Wurzel vom Menschen-Sein,
die Manneskraft als Lichtstrahl sehn.
 
Die Empfängnis der Erde liebt das Licht,
der Schoss ist offen durch die Liebeskraft,
hält das Geheimnis der Frau aus himmlischer Sicht,
gebärt alles Neue, Leben erwacht.
 
Die Pflanzenwelt in großer Vielfalt vom Mond erhellt,
Medizin des Wissens, das Kraut als Segen,
Emotionen, sie geben, fließen und erschaffen unsere Welt,
Geschenk des Mysteriums an das Leben.
 
Die Medizin der Tiere im Herzen eingewebt,
als Lehrer des Instinktes und der Schnelligkeit,
die Schönheit der Sterne als Empfänger gelebt,
als Hüter und Wächter der Herzlichkeit.
 
Die Balance der Kommunikation, der Menschenboten,
bestimmende Worte die erheben und verbinden,
die Rassen der Weißen, Schwarzen, Gelben und der Roten,
im Regenbogen, in Gleichheit sich zu finden.
 
Zurück zu fühlen, die Ahnen der Zeit,
die Wurzeln des Baumes, entschwunden, versteckt,
Erfahrung des Traumes der Verbundenheit,
die Erde hat sie zugedeckt.
 
Erwache, Traum vom Urgesang,
Verfeinerung der Dichte,
aufzusteigen in den Sphärenklang,
ins Lichte ich mich richte.
 
 
W. B. Probst
 

 

 
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