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Die Herkunft des alten schamanischen Wissens

Das erste fünf Tage Seminar das ich bei Harley Swift Deer Reagan 1992 gemacht habe, brachte meinem weiteren Leben eine entscheidende Wende. Ich war fasziniert von seiner Begeisterung sein schamanisches Wissen Seminarteilnehmern weiter zu geben. Energiegeladen und Kraftvoll war sein Auftreten und sein Wirken. Einer der wichtigsten Sätze für die Zuhörer war: „Glaubt ja nichts, sondern probiert es aus! Dann wisst ihr es, ob es für euch stimmt oder nicht. Dann kommt es aus euerem Körper-Wissen“.

Wenn die Köpfe der Teilnehmer anfingen, nach stundenlangem Unterrichten zu „rauchen“, erinnerten Swift Deers Worte daran wie zugehört wird: „Höre mit deinem Bauch zu, d.h. gehe mit dem Gehörten schwanger und schau was nach gewisser Zeit in dir gekeimt ist. Sollte nichts kommen, dann ist das auch ok. Aber lass den Kopf aus dem Spiel, denn du musst nichts verstehen, nur mit deinem Herzen“.

Diese Aussagen stehen im krassen Gegensatz zu den herkömmlichen Schulmethoden. Aus schamanischem Gesichtspunkt sind wir hier auf dieser Erde um uns zu Erinnern. Lernen sich zu erinnern! Das immer gegenwärtige Buch ist unser Körper. Unser Körperwissen entspricht dem schamanischen Wissen. So hatte ich einige Jahre Gelegenheit, das alte Wissen auszuprobieren und zu praktizieren um heraus zu finden ob es funktioniert oder nicht. Oh ja, es funktioniert, weil es eben Wissen ist, nicht Glauben!

Woher kommt dieses Wissen?

Swift Deer ist ein Twisted Hairs Elders (geflochtenes, verdrehtes Haar  Ältester). Dieser Stammesübergreifende Ältestenrat bildet einen Wissenskreis aller Stammes Vertreter. Im Wesentlichen ist es eine Geheimgesellschaft, wo ein Zugang nicht so leicht möglich ist. Die Twisted Hairs Elders habe Anfang der 80iger Jahre beschlossen, einen kleinen Teil des alten schamanischen Wissens für die Allgemeinheit zugänglich zu machen. Der Grund: Viele Menschen wie auch die Mutter Erde mit ihren fünf Welten sind im Umbruch. Eine Zeit, in der funktionierendes Wissen mehr denn je gefragt wird.

Ich bin zutiefst Dankbar für das Wissen das ich von Harley Swift Deer erhalten habe. Am Sonnentanz, an seinen Seminaren, wie an der Sonnentanz Lodge im Winkel, wo ich viele Jahre ein und ausgegangen bin. Hier möchte ich auch meinen beiden schamanischen Lodge-Lehrern, Loon Schneider und Waheo König meinen herzlichen Dank aussprechen. Dank dem schamanischen Arbeiten in einem Kreis von Gleichgesinnten, konnte ich einiges an mir selbst erkennen und verändern.

Was beinhaltet dieses alte Wissen?

Der Sternenmädchenkreis bietet die Grundlage zu allen Medizinrädern. In den vier kardinalen und den vier nonkardinalen Richtungen finden wir die 8 Spiegel der Selbstreflektion. Die hellen wie die dunklen. Das Leben ist ein Spiegelkabinett, das uns auffordert, eine acht-fältige Betrachtung der Dinge zu erschaffen. Wir leben in einer zyklischen und nicht linearen, ein-fältigen Welt. Es ist nicht das Leben, das uns zeigt was ist, sondern es ist unsere eigene, subjektive Wahrnehmung der Dinge, so, wie ich mich entscheide die Dinge zu sehen. Will ich also was ändern, muss ich es bei mir selber tun. Dann kann es sein, dass alles Kopf steht. Das Aussen wird sich uns zuliebe nie ändern!

Als schamanisch Lernender bin ich dauernd gefordert meine Haltung und meinen Stand zu prüfen und allenfalls zu verändern. In unserem Gepäck haben wir die sieben hellen und die sieben dunklen Pfeile, die es zu verstehen gilt. Das reiche Räderwissen vermittelt die Grundlage der heiligen Gesetze, die Welten der Mutter Erde und den richtigen Gebrauch der Energiechoreographie. Über die „Leiter“ oder die Lebenspyramide verstehen wir den menschlichen, blühenden Lebensbaum. In ihm erfahren wir unsere Wurzeln in einem ganzheitlichen Zusammenhang. Dieses Wissen nennt sich die „Süsse Medizin“, deshalb, weil es uns hilft unsere Herzen zu heilen und Licht in unsere geschlossenen Symbole, unseren Schatten zu bringen. Sie lehrt uns die Sehnsucht des Herzens zu leben und uns wieder mit den Welten der Grossmutter Erde zu verbünden, um sich selber wieder als Mittelpunkt des Universums zu betrachten. Es gibt nur eine wahre Mitte oder Schnittstelle, über die wir alles wahrnehmen, unsere Bauchmitte. Hier bin ich mit allem verbunden.

Als Krieger oder Kriegerin unterwegs zu sein, erschafft ein unabhängiges, selbstverantwortendes Wirken, abgelöst vom dunklen Spiel, das Täter, Opfer und Retter als Energiedreieck lange genug gespielt haben. Selbstautonom, im eigenen Kreis der Kraft stehen und selbst Bestimmer sein, machen den Menschen zu einem balancierten Fünfer, einem Menschen. Die „Süsse Medizin“ kennt den Hunger der Seele. Ihn nicht zu kennen lässt die Seele eintrocknen und verhungern. Ihn zu Leben hingegen kann zur grössten Erfüllung aber auch Herausforderung deines Lebens werden. Habe Mut und tue dass, was dir die grösste Freude und Begeisterung für dein Leben bereitet.

Der Weg der „Süssen Medizin“ ist der zeremonielle Weg. Das macht es möglich, dieses Wissen zu praktizieren um es als Selbsterfahrung von Innen her zu verstehen. Denn alles was wir zum Leben brauchen liegt in uns. Es ist die Kunst des Wissens, die mich selber, das Leben und andere heilt. Denn alles Leben ist heil und heilig.

 

DIE EINLADUNG

von Oriah Mountain Dreamer (Kanandische Schriftstellerin)

Es interessiert mich nicht, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst.
Ich möchte wissen, wonach du innerlich schreist
und ob du zu träumen wagst, der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.
Ich will wissen, ob du's riskierst, wie eine Närrin, wie ein Narr auszusehen,
um deiner Liebe willen, um deiner Träume willen
und für das Abenteuer des Lebendigseins.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.
Ich will wissen, ob du den tiefsten Punkt deines eigenen Leids berührt hast,
ob du geöffnet worden bist von all dem Verrat,
oder ob du zusammengezogen und verschlossen bist
aus Angst vor weiterer Qual.
Ich will wissen, ob du mit dem Schmerz - meinem oder deinem – dasitzen kannst,
ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern, oder ihn zu beseitigen.
Ich will wissen, ob du mit der Freude - meiner oder deiner – da sein kannst,
ob du mit Wildheit tanzen und dich von der Ekstase erfüllen lassen kannst,
von der Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen,
ohne zur Vorsicht zu gemahnen, zu Vernunft
oder die Grenzen der Menschheit zu bedenken

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du erzählst, wahr ist.
Ich will wissen, ob du jemanden enttäuschen kannst, um dir selber treu zu sein.
Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst
und nicht deine eigene Seele verrätst.
Ich will wissen, ob du Schönheit sehen kannst,
auch wenn es nicht jeden Tag schön ist
und ob du dein Leben aus Gottes Gegenwart speisen kannst.
Ich will wissen, ob du mit dem Scheitern - meinem oder deinem – leben kannst
und trotz allem am Rande des Sees stehen bleibst
und zu dem Silber des Vollmondes rufst: «Ja!»

Es interessiert mich nicht zu erfahren, wo du lebst und wie viel Geld du hast.
Ich will wissen, ob du aufstehen kannst
nach einer Nacht von Trauer und Verzweiflung,
und tust, was für die Kinder getan werden muss.

Es interessiert mich nicht, wer du bist und wie du hergekommen bist.
Ich will wissen, ob du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst
und nicht davor zurückschreckst.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du studiert hast.
Ich will wissen, was dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.
Ich will wissen, ob du allein sein kannst und in den leeren Momenten
wirklich gern mit dir zusammen bist.


 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

      Trauerweide mit Medizinrad im Garten der Guscha.

 Schlachten des Lebens (oder das, was Dualität erschafft)

Kontrolle als Macht,
keine Kontrolle, um in Liebe zu geh’n,
Wissen damit das Herzen lacht,
kein Wissen, um die Nacht zu sehn.
 
Kraft, sie mag erhören,
Schwäche um zu verstehen,
Schönheit ist betören,
Hässlichkeit wird vergehen.
 
Sklave aus eigener Kraft,
Freiheit, dem Vogel gleich,
zu tun, das erschafft,
nicht zu tun, das auch erreicht.
 
Haben, erfüllt den ganzen Raum,
nicht haben, um nichts zu entsagen,
Reichtum, als Glück vom Traum,
Armut will nach nichts mehr fragen.
 
Herausforderung als Lebenstrieb,
sie nicht kennen, ist anders weben,
Schlachten im Sieg,
Spiel das Leben!
 
 
W. B. P.

Walter am Fische füttern.


Lebensabsicht:

Die Geschichte von der Goldenen Kugel.

Von der Grossen Runde gehen wir immer mit einer Lernabsicht und entsprechenden „goldenen“ Gaben in eine neue Verkörperung, die wir leider beide beim Durchgang durch den „Schleier des Vergessens“ im Bardo, zwischen der 5. und der 3. Dimension, vergessen. Doch Bewusstheit entsteht durch Erinnerung und Lernen. D. h. ein Sich-Erinnern an den Ursprung des Lebens, ans Göttliche. An das, was in uns holistisch als „goldene Kugel“ zugrunde gelegt ist!
Bereits in frühen Kinderjahren werden unsere noch zarten „goldenen Gaben“ verletzt, sodass die Kugel, wie beim Brunnen des „Froschkönigs“, als Schutz tief in unseren Schatten fällt, damit sie niemand aus Unachtsamkeit zerstört. Wegen diesen Verletzungen panzern wir uns; dieser „Schutz“ und der darauf folgende „Verlust“ ist normal und passiert bei jedem Menschen. Darüber Jammern hilft also nichts! – Durch Erinnern und Lernen kann die Goldene Kugel wieder poliert werden, damit sie glänzen und zum richtigen Zeitpunkt sichtbar werden kann.
Es gilt also, das „Böse“, diese Todesenergie in unserem Schatten zu (küssen) transformieren, all die „Gespenster“ und „Monster“ z. B. der Sexualität, aus diesem „versteckten Warenlager“ heraus zu holen um Schönheit, Kraft und Medizin zu gewinnen.
 
 
 
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