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Shamanic Art

Mario Heeb (Redaktion sofa, FL) interviewt Walter B. Probst  über Schamanismus

1. Das Wort Schamanismus hat etwas Mystisches, Rätselhaftes an sich. Was erklärst du Zeitgenossen, wenn du ihnen Schamanismus erklären musst?
 
Schamanismus verstehe ich als das Erkennen des Bindegliedes zwischen Unten und Oben. Himmel und Erde. Nagual und Tonal. Die Untere- ( vierte Dimension) , die Mittlere- ( dritte Dimension) und die Obere Welt (fünfte Dimension). Das reisen in diesen Welten ist ein Teil des Schamanismus. Der Schamane oder die Schamanin hat die Gabe in diesen Räumen  unterwegs zu sein, sodass er oder sie die Einsichten in diese Welten nutzen kann, um Harmonie, Gesundheit und Verbundenheit wieder herzustellen.
Der Schamanismus ist keine Religion. Man trifft ihn in allen Regionen der Welt an. Er ist der Weg des Wissens (Körperwissen) über die Naturverbundenheit. Er ist nicht der Weg des Glaubens. Der Schamane ist kein Gläubiger, er ist ein Wissender. Dieses Wissen entspricht der Gebrauchsanweisung des Lebens, das seit vielen Tausenden von Jahren dieselben Gesetzesgrundlagen beinhaltet, entsprechend den heiligen Gesetzen des Mikro- und des Makrokosmos. Dieses schamanische Wissen wohnt in jedem Menschen.

Meine erste Begenung aus dem Flugzeug mit dem Bellrock, dem Glockenberg in Sedona USA.
2. Woran ist ein Schamane erkennbar?
 
Ein Schamane ist in dem Sinne nicht erkennbar. Falls man ihn erkennt, erkennt man ihn nicht in dem  was er tut, sonder wie er etwas tut. Er tritt nicht in das Schicksal oder Karma eines Menschen ein, ohne das er nicht gerufen wurde. Er ist Vermittler zwischen den Welten und hat kein Interesse sich damit in der Öffentlichkeit zur Schau zu stellen. Er dient einem grösseren Plan und ist im diesen Sinne in vielerlei Hinsicht ein Medium. Er hat kein Interesse dass er erkannt wird, denn sein Auftraggeber sind nicht die Menschen,sondern die Schöpfung selber. Wenn der Schamane überhaupt erkennbar ist, dann über sein Wirken und sein Tun.

3. Anscheinend kann der Schamane auch Seelenreisen unternehmen . . . für jemanden, der mit beiden Füssen im Leben steht, klingt dies eher nach Zauberei!
 
Diese Seelenreisen machen wir Menschen jede Nacht, leider oder zum Glück unbewusst. Jeder Traum beinhaltet Fragmente dieser Reisen. Unsere Seelen sind reisende Seelen. Der Schamane ist ein Träumer und kann bewusst seine Träume steuern und erleben. Die Grundlage, um mit beiden Füssen auf der Erde oder im Leben zu stehen , kommt aus einer intakten Seelenverbindung. Diese Verbindung ist ein Link zu unserer Ganzheit, die wiederum mit den verschiedenen Welten verbündet ist. Nicht bei allen Menschen sindt die Seelenverbindungen einwandfrei. Einen Seelenanteil zurück zu holen ist keine Hexerei, wurde allerdings vor ein paar Jahrhunderten mit dem Feuertod beglichen!

4. Schamanen werden auch Heilkräfte nachgesagt. Was können sie heilen?

Er oder Sie ist Heiler und doch nicht. Sie vermögen Disharmonie in Harmonie zu wandeln, ohne das sie sich an der Disharmonie (Krankheit) festhalten. Ihre Vision ist die Gesundheit, die sie auch manifestieren können. Sie wissen von den Heiligen und Kosmischen Gesetzen, die in der Natur eingebettet sind. Dadurch haben sie  die Fähigkeit, den natürlichen Zustand wieder herzustellen, den wir mit unserem Verständnis einer Heilung gleichsetzen. Durch das Herstellen dieses natürlichen Zustandes, werden Erreger aller Art ausgeräumt, die wiederum alle Arten von Krankheiten erzeugen. Kein Schamane „heilt“, wenn nicht vom „Patienten“ die krankmachenden, emotionalen Gewohnheiten geändert werden, die verantwortlich für die Disharmonie sind. Für den Schamanen gibt es das Wort unheilbar nicht. Heil und heilig sind untrennbar. In sich trägt jede Krankheit eine Lehre. Wird die Lektion gelernt ,ist die Gesundheit nah. Wird sie nicht gelernt, bleibt sie „unheilbar“.
 
5. Bei den Schamanen wird auch Jesus als einer von ihnen angesehen. Was würde da wohl Jesus selber dazu sagen?
 
Ja, so ist es. Jesus hatte nicht das geringste Interesse aus seinem gelebten Wissen eine Religion zu machen, die auf der Grundlage vom Glauben aufgebaut ist. Der Glaube glaubt, weil er nicht weiss. Für den Schamanen ist Unwissenheit Ignoranz die nicht nach Unabhängigkeit und Eigenverantwortung trachtet.
Jesus hat gesagt: wisset, ihr werdet grössere Werke tun ,als ich sie getan! Könnte das eine Aufforderung an unserem inneren Schamanen oder unserer inneren Schamanin sein, zu erwachen?

Vor der Besteigung des Glockenberges.6. Welche Orte sind für den Schamanen heilig?
 
Alle Orte sind heilig. Die göttliche Schöpferkraft wohnt in allem. Der Schamane ist Hüter der fünf Welten der Grossmutter Erde. Die 1. Welt ist die der Mineralien und der Metalle, die 2. Welt der Pflanzen und Meisterpflanzen, die 3. Welt der Tiere und den mystischen Tieren, die 4. Welt der vier Menschenrassen und der Regenbogenmenschen und die 5. Welt der Ahnen und den aufgestiegenen Meistern.

7. Was für Werkzeuge werden benutzt?
 
Alle Werkzeuge haben einen direkten Bezug zur Chemie des Wissens. Rasseln, Trommeln, Fächer und Federn, Kristalle, Kräuter zum Räuchern, Felle, Krallen und Tiermedizin und vieles mehr sind Hilfsmittel und Werkzeuge. Die heilige Pfeife ist das Geschenk der weisen Büffelfrau und ermöglicht dem Träger eine Kommunikation mit den Kräften der Welten. Das kraftvollste Werkzeug aber ist sicher die enorme Vielfalt der eigenen Stimme, die in verschiedener Hinsicht zum Einsatz kommt. Auch ist es möglich, nur mit den körpereigenen Ressourcen  zu arbeiten, ohne irgendwelches Werkzeug oder Hilfsmittel, denn die Hände vermögen vieles. Die Imagination ( I magi natione = ich bin der Zauberer) ist das Kraftvollste, was dem Schamanen zur Verfügung steht. Als Kanal und Medium öffnet sich der oder die Schamanin und erhält Hilfe und Unterweisung aus der Nagual Welt.
 
8. Welche Rolle spielen Tiere im Schamanismus?
 
Die Tiere wohnen in unseren Herzen. Sie lehren uns die Herz zu Herz Kommunikation. Jedes Tier lehrt den Menschen eine bestimmte emotionale Qualität. Der Hund zum Beispiel steht für Loyalität und genau das lehrt er den Menschen. Jeder Mensch hat von Geburt an Tierverbündete, die in seinem Leben irgend wann eine wichtige Rolle spielen werden. Ob bewusst oder unbewusst sind die Tiere unsere Verbündeten, die uns helfen, auf der Spirale des Lebens höher zu steigen. Dem Landesfürsten steht der Hermelin zu, damit er die Übersicht über die Dinge behält und dem Feind in die Karten schauen kann. Der Hermelin ist die Tier-Medizin für Könige und Fürsten.
 
9. In vielen Autos hängen so genannte Traumfänger, die gerne mit dem Schamanismus in Verbindung gebracht werden. Was hat das auf sich?
 
Traumfänger geben uns den Spiegel wer wir sind, eben Traumfänger. In unserer Kultur ist es aber nicht erlaubt zu träumen, da anscheinend Träume keine Wirklichkeit in unserer zivilisierten Welt erschaffen. Aus der schamanischen Sichtweise ist aber alles erträumt. Jedes Haus, jedes Geschäft, jedes Dorf und jede Stadt. Jeder Wunsch wird über den Emotionalkörper erträumt, bis er sich manifestiert. Der Schamane ist ein Träumer, der seine Träume wachtanzt und sie sichtbar macht. Der Traumfänger zeigt die Spiralbewegung, der der Evolution zu Grunde liegt. Der Hinweis des Schamanen ist: erwache in deinem Heiligem Traum und verbinde dich mit dem grossen kollektivem Traum und erkenne wer und was du bist!

Die Aussicht vom Glockenberg. Nach einer Zeremonie an Ort und Stelle, hatt sich am Berg gebeüber ein Steinschlag gelöst. Was für eine Antwort!10. Welche schamanischen Rituale kann der Laie problemlos zu Hause durchführen? (Beispielsweise sich bei der Mutter Erde für die Nahrung bedanken . . . . )
 
Dankbarkeit fürs Leben öffnet neue Dimensionen, Dinge und Zusammenhänge zu erkennen. Viele Zeremonien beeinhalten das Anrufen der 20 grossen Kräfte, die im Universum und in unserer Schöpfung aktiv sind. Dazu gehören die fünf heiligen Elemente, die Grundlage für unser Leben sind. Das Element des Wassers, der Erde, des Winds, des Feuers und die Leere. Das Wissen der Medizinräder bereichert jede Zeremonie. Ohne Wissen gibt es keine Verbindung zu den grossen Zusammenhängen. Einfache Zeremonien sind Baumzeremonien, die eine grossartige Wirkung haben, denn die Bäume haben einen direkten Bezug zu unserem Emotionalkörper. Um Zeremonie zu machen ist es sehr sinnvoll das Haus zu verlassen um sich in der freien Natur einzuklinken.
 
11. Wie erkenne ich einen Kraftort? Wie soll ich mit einem Kraftort umgehen? Wie ist diePflege eines Kraftortes? Wozu braucht es Kraftorte?
 
Jede Kirche und Kapelle steht auf einem Kraftort. Diese Orte haben einen harmonischen Energiefluss der über das Ein- und Ausatmen der Mutter Erde entsteht. Sie helfen uns Menschen unsere Kraft zu erfühlen und zu erkennen, zeigen uns unser latentes Potenzial und unser Verbunden-sein, das wir naturgegeben in uns tragen. Der Kraftort hilft mir meine eigene Kraft zu erfahren und mich zu erinnern (Er innen). Ein Wärmegefühl im Bauch ist eine positive Antwort auf die Frage.
 
Der Steinschlag als Antwort auf Loslösungs-Zeremonie.12. Du arbeitest mit verschiedenen schamanischen Riten . . . Beispiele? (Schilderarbeiten)
 
Die Schilderarbeit die ich mache, bringt dem Menschen die grundlegende Familie, die in uns wohnt, zurück. Diese Schilde spielen in unserer Chemie eine sehr wichtige Rolle. Sie verhelfen uns, in die persönliche Magie der Veränderung zu treten und sind Grundvoraussetzung um erfolgreich die eigene Geschichte umzuschreiben.
Über das schamanische Gespräch erkenne ich wie Probleme genährt werden und wie sie verändert werden können. Zeremonien oder das schamanische Arbeiten nehmen dadurch meistens einen individuellen Charakter an.

13. Schwitzhütten sind ein wichtiges Ritual, was passiert da?
 
Die Schwitzhütte ist eine der weiblichsten Zeremonien, die es gibt und wird immer zu Ehren unserer Ahnen durchgeführt. Es ist eine kollektive Zeremonie, wo bis zu 20 Leute in einer Hütte sich zusammenfinden um in ihrem Leben neue Absichten und Vereinbarungen zu treffen. Es ist eine Zeremonie wo Altes stirbt und Neues geboren wird. Der Tod ist der Verbündete der schamanischen Arbeit. Tod gibt Wiedergeburt, Wiedergeburt gibt Leben, Leben gibt Bewegung, Bewegung gibt Veränderung, Veränderung gibt Chaos und Chaos wiederum gibt Tod. Und so fort. Diese sechs heiligen Gesetze sind Grundlage jeder dauerhaften Veränderung.
In die Schwitzhütte werden Steine, die im Feuer erhitzt wurden, gebracht. Symbolisch stehen die Steine für die männliche Samenenergie von Grossvater Sonne. Als neue Vision werden sie in den Schoss von Mutter Erde gelegt, aus der neues Leben geboren wird. In der Hütte werden die 20 grossen Kräfte eingeladen um mitzutanzen  und die Menschen in ihrer Veränderung zu unterstützen. Wasser wird bei jeder Anrufung auf die heissen Steine gespritzt, was die inneren Emotionen zum Schwitzen bringt. Das Feuer in den Steinen berührt und löst die inneren Visionen. Die, die man weggibt und die, die das Leben neu bestimmen. Es gibt Frauen-, Männer- und gemischte Hütten. Alle haben sie eine bestimmte Absicht und Ausrichtung. Geschwitzt wird nackt, denn das ist unser Geburtskleid, das es anzunehmen gilt.
Die Schwitzhütte ist nach den Nagual Gesetzen gebaut und hat eine eigene Chemie. Sie ist aus Haselstecken gebaut und wird dreilagig mit Decken abgedichtet. Dazu kommt die Feuerstelle und der Altar, der beides verbindet. Hier begegnen sich Grossvater Sonne und Grossmutter Erde im grossen Liebesspiel um den Menschen zu einer neuen, kleinen Geburt zu verhelfen, die ermöglicht Altes loszulassen. .
 
14. «Altes Wissen» hiess der Kurs, den du im Stein Egeria gegeben hast. Was hast du da weitergegeben? Gibt¹s wieder Kurse?
 
Es ist meine Absicht in meinen Kursen Menschen darin zu unterstützen, mehr Verständnis für ihre Sache zu bekommen und grössere Zusammenhänge zu erkennen. Die Bühne ist  das Leben. Die Schauspieler (Tyrannen) habe ich mir selber herbeigeträumt. Die Eltern mit Umgebung habe ich mir selber ausgesucht. Alles ist ein Spiegelkabinett das mich auffordert darin zu lesen. Ein umfassendes, altes Wissen (35 000 Jahre alt) habe ich mir in den letzten 12 Jahren geholt und zu einem Teil Schritt für Schritt integriert, jetzt räsoniert Körperwissen. Dieses Wissen ist in uns allen vorhanden und wartet nur darauf von uns erweckt zu werden. Ich muss es selber tun, nie wird es jemand für mich machen. Dieses Wissen der süssen Medizin hat mir geholfen, mein Leben zu verändern, darum gebe ich es weiter. Kurse werde ich im Herbst wieder anbieten. Für Einzelgespräche und schamanische Arbeit bin ich immer offen.

Die Natur als Vision der Kraft.15. Einige Worte über dich . . . .
 
Mein Leben hat mich vor die Tatsache gestellt, dass ich mich verändern musste. Ärzte haben mich mit 19 Jahren als unheilbar krank diagnostiziert (Morbus Bechterew). Das bedeutete für mich, neue Wege zu finden und mich von der Schulmedizin zu lösen. Meine Gebete wurden erhört und ich fand vor 14 Jahren Zugang zum Wissen der süssen Medizin der Schamanen. Dadurch bekam ich das Verständnis für meine Krankheit und deren Lehre.
Ich erweiterte meine einst einfältige Wahrnehmung in eine neunfältige. Diese liegt dem Medizinrad zu Grunde und deren Choreographie.
Heute, nach jahrelanger, emotionaler Kleinarbeit habe ich meine Sache, betreffend Heilung abgeschlossen. Unheilbares ist für mich heilbar, denn Veränderung ist im Leben das Natürlichste.

Sei über 33 Jahren arbeite ich als Freischaffender Künstler, mit dem, was mir immer am nächsten stand, dem Schmieden von Skulpturen und dem Malen von Bildern Das Spiel des Didgeridoos hat mir zusätzlich während vieler Jahren gedient, durchlässiger zu werden und mich in neue Schwingungen zu versetzen.
 
Schamanismus ist für mich, gleich wie die Kunst, Nahrung für meine Seele. Alles ist einmalig und neunfältig.
 
16. Gibt es in der Schweiz, in unserer Region Schamanen?
 
Ich arbeite schamanisch, bin aber deswegen noch kein Schamane. Ich kenne viele Menschen, die ähnlich unterwegs sind. Jeder traditionell gelebte Schamanismus bedarf einer Ahnenlinie, die nur über die Initiation begangen werden kann. Bei uns fehlen diese Ahnen. Sie werden erst jetzt erweckt, durch schamanisch Arbeitende. Ich kenne niemanden in der Region, was aber nicht heissen soll dass es hier keine Schamanin oder Schamanen gibt. Im Gegensatz zu früher, ist es heute leichter, einen echten Schamanen zu treffen. Der Zeitgeist hat die Schamanen gebeten, ihr geheimes Wissen   für die Menschen zu öffnen, damit eine globale Harmonie entstehen kann. In jedem von uns schlummert das schamanische (Körper- ) Wissen und ruft : wach auf, wach auf!
 

 
 
Sich verbünden mit der Natur und den Elementen.
SOFA Zeremonien:

Die unten aufgeführten Zeremonien sind in den letzten zwei Jahren im People Magazin "sofa" in meiner "Shamanic Rubrik" erschienen. Aus diesem Grunde sind die Texte alle kurz gehalten, damit sie den Redaktionellen Wünschen entsprachen.

  1. Das schamanische Gespräch:
  2. Loslassen:
  3. Rekapitulation:
  4. Schamanische Betrachtung:
  5. Verbundensein:
  6. Das Medizinrad:
  7. Die Baumzeremonie:
  8. Das Frühlingserwachen:
  9. Die Geschichte von der Goldenen Kugel:
  10. In Resonanz zum Leben:
  11. Zeit und Raum:
  12. Trinität:
  13. Die innere Familie:
  14. Das Buch des Lebens:
  15. Die erwachte Erinnerung: 
  16. Exhibitionismus, Voyeurismus und Spontanität:
  17. Zwei mögliche Wege: 
  18. Altes sterben lassen:
1. Das schamanische Gespräch:
Mache dir ein Bild von deiner inneren Familie. Wenn du eine Frau bist rufe dein kleines Mädchen zu dir und stelle dir vor, dass sie dir gegenüber in einem Stuhl sitzt. Erzähle ihr die Geschichte deiner erwachsenen Frau, mit allem, was dich in deinem Leben glücklich, aber auch traurig macht.
Danach bitte dein Mädchen, ihre Geschichte  zu erzählen. Sie wird über deine eigene Stimme dir mitteilen, was sie gut findet und wo dringend Veränderungen vorgenommen werden müssten. Je grösser deine Einfühlsamkeit ist, um so erstaunlicher wird die Kommunikation fruchten.
Auf diese Weise kannst du mit deinem inneren Jungen, deinem inneren Mann und deinen inneren Grosseltern kommunizieren. Ebenso mit Freunden oder Feinden ist diese Art der Kommunikation sehr hilfreich. Stelle dir einfach vor, dass die betreffende Person, mit der du kommunizieren möchtest, dir gegenüber, im leeren Stuhl sitzt.
 
2. Loslassen:
Gehe zum Fluss, vielleicht dem Rhein. Setz dich ans Ufer und betrachte, wie das Wasser unaufhaltsam an dir vorbei fliesst. Betrachte die Steine, wie sie in ihrer Substanz regungslos da liegen. Wenn du Altlasten zum loslassen hast, bitte einen Stein, dir dabei zu helfen. Nimm ihn in deinen Schoss und erzähle ihm, was dich in deinem Leben bedrückt und was du weggeben möchtest. Berichte ihm über deine Gesundheit und bitte ihn, all dies zu übernehmen. Der Stein, der zur Mineralienwelt gehört, steht mit unseren Knochen im direkten Bezug und kann dadurch kristalline Strukturen von uns Menschen übernehmen.
Wenn du ein warmes Gefühl im Bauch vorfindest, haben sich deine Energien, die du dem Stein zugewiesen hast, verschoben. Bedanke dich bei deinem Stein und melde dich mit deinem Namen und sprich zu ihm folgendes: „Ich ...(Name), habe dir, mein lieber Stein, meine emotionalen Altlasten übergeben. Ich werde dich jetzt in den Rhein werfen, sodass ich von ihnen frei bin. Ich bedanke mich bei dir und bei allen Kräften, die mich bei meiner Absicht unterstützt haben. So sei es!“
 
3. Rekapitulation:
An die Menschen, die du in deinem Leben idealisiert hast, hast du viel Energie abgegeben. Denn unterschwellig hast du dich klein und das Ideal gross gemacht. Menschen sind für uns Vorbilder, aber nicht dazu da, uns selber dadurch wertlos zu fühlen. Diese Idealisierung aber kostet uns viel Lebensenergie, die wir uns zurück holen können.
Erstelle eine Liste mit allen Menschen, die du auf den Sockel gestellt hast. Erstelle eine zweite Liste, auf der du all deine Feinde und unliebsamen Tyrannen aufschreibst, die dir das Leben schwer gemacht haben. Gehe zurück bis in deine Kindheit. Nimm dir Zeit, sodass du alle wiedererkennst, die „Guten“ und die „Schlechten“. Wenn du alle mit ihren Nahmen aufgeführt hast, bedanke dich bei ihnen. Teile ihnen innerlich mit, dass es deine Absicht ist, sie aus deinem Leben zu entlassen. Melde dich mit deinem Namen und sprich zu ihnen: „Ich ....(Name) danke euch und entlasse euch alle aus meinem Leben und gebe euch zurück, was zu euch gehört; was mir gehört, hole ich  jetzt zu mir zurück. Alle, die mich lieben haben einen guten Platz in meinem Herzen. So sei es“!
Damit sich das Besagte transformieren kann, übergib alle Namen dem Feuer. Bedanke dich bei ihm und allen Kräften, die dich dabei unterstützt haben.
 
4. Schamanische Betrachtung: Kaktusblüten
Werde aufmerksam für die kleinen Dinge, die dir in deinem Alltag als Spiegel begegnen: Die Blume am Wegrand, der Wassertropfen im Sonnenlicht, den Flug des Vogels, das Lachen eines Kindes etc. aber auch Dinge die nicht so positiv in ihrem Ausdruck sind.
In ihnen kannst du dich selber betrachten und erkennen, wer du bist. Es ist deine Selbstreflektion, die du in der Aussenwelt und den Mitmenschen wahr nimmst. Du entscheidest, was du in ihnen siehst, die guten oder die weniger angenehmen Tugenden. Sie bringen dadurch etwas in dir zum Schwingen. Geh in deine Selbstbetrachtung und nimm eine Situation, die du kürzlich erlebt hast. Was will die Begebenheit dir sagen. Lies daraus, wie aus einem Buch, warum du gerade so reagiert hast und nicht anders. Warum siehst du nicht nur das Gute im Spiegel der anderen Menschen. Gelingt es dir, einen Schatten im Gegenüber zu entdecken, der vielleicht dein eigener ist. Habe ich denselben vielleicht nach aussen projiziert?
Es ist nie der Nachbar, der das Problem spiegelt; der Spiegel ist Projektionsfläche in der du dich erkennen kannst, wo du stehst und wer du bist.
Wenn ich meine Projektion nicht erkenne, wird mein Nachbar zu einem Tyrannen, der nicht mehr so leicht von mir ablassen wird. Denn er zeigt mir meinen eigenen Schatten der in meinem Unterbewusstsein einschlossen ist. Ziehe ich um, schickt mir das Leben einen neuen, der mich wiederum darauf aufmerksam  machen wird, bis ich es verändert habe. Finde heraus, was er dir mitteilen will und schreibe es um. Dann wird sich der Tyrann zu diesem Thema nie mehr zeigen.
 
5. Verbundensein:
Als Menschen sind wir Mittler zwischen Himmel und Erde. Untrennbar sind wir mit allem verbunden und doch fühlen wir uns nicht immer so. Getrenntsein erschafft Verlust. Verbundensein erzeugt Vollständigkeit.
Fünf Welten hat die Mutter Erde hervorgebracht. Mit ihnen sich zu verbinden entspricht schamanischer Arbeit.
Die erste Welt ist die Mineralienwelt, im Westen des Medizinrades. Sie steht in Bezug auf unseren Körper, der uns Stabilität und die „Choreographie des Haltens“ ermöglicht.
Die zweite Welt ist die Pflanzenwelt im Süden. Sie ist die Geberwelt, die das Leben nährt.
Die dritte Welt ist die der Tierwelt im Norden. Sie lehrt uns Flexibilität und die Choreographie des Empfangens.
Die Menschenwelt ist die vierte Welt im Osten, die uns mit allen vier Rassen verbindet. Die Choreographie ist das Bestimmen.
Die fünfte Welt ist die Ahnenwelt im Zentrum, die die katalysierende Choreographie zur Verfügung stellt.
Fünf Steine, für jede Richtung des Medizinrades einen, helfen dir, die entsprechende Welt darzustellen. Lege das Medizinrad indem du in jeden Stein die Welt herein rufst, für die er steht. Gib deine Absicht bekannt, wieder Verbunden zu sein, um von den Welten zu lernen.
 
6. Das Medizinrad:
Die fünf Elemente sind die Grundlage der Schöpfung. Den Himmelsrichtungen zugeordnet erschaffen sie das Medizinrad.
Im Osten ist das Feuer, Grossvater Sonne, der die spirituelle Vision für uns Menschen bereit hält.
Im Westen ist die Erde, die Grossmutter Erde, die Kraft des Weiblichen, der Transformation und der Magie.
Im Süden fliesst das Wasser, das kleine Kind in Unschuld und Vertrauen.
Im Norden bläst der Wind, der Mind, der uns Zugang zu mehr Wissen und Flexibilität verschafft.
In der Mitte ist die Leere oder die Urenergie des Universums, Ki oder Prana.
Als Menschen sind wir ununterbrochen in Verbindung mit diesen fünf Elementen. Die Herausforderung ist es, sie richtig zu choreographieren. ( Siehe das Zeremoniell 5. Verbundensein). Werden die Elemente unausgeglichen gelebt, entstehen gesundheitliche Probleme aller Art.
Für ein kleines Zeremoniell, nimm fünf Steine und lege sie in die Richtungen aus. Rufe die jeweilige Kraft in den Stein. Setz dich ins Medizinrad zum Feuer, zur Erde, zum Wasser und zum Wind und frage nach deiner Beziehung zu den Elementen. Wo verlierst du Energie und wo findest du deine Kraft? Welches ist dein schwächstes Element? Frage danach, wie du deine Energielöcher wieder stopfen kannst.
 
7. Die Baumzeremonie:Die Trauerweide im Winter
Der Baum ist Bestimmer in der Pflanzenwelt und steht mit unseren Emotionen in Verbindung. Er kann unsere emotionalen Altlasten übernehmen. Lass dich von einem Baum einladen, um mit ihm eine kleine Zeremonie zu machen. Teile ihm deine Absicht mit. Umarme den Baum und verbinde dich mit ihm, mit deiner Bauchmitte, dem Zentrum deiner Kraft.
Stelle folgende Fragen in die vier Richtungen des Baumes:
Beginne im Süden mit der Frage: „Wer bin ich?“ Werde leer, um die Antwort zu hören und schreibe sie auf, ohne zu beurteilen.
Danach gehe in den Westen mit der Frage: „Woher bin ich gekommen?“
Im Norden stellst du die Frage: „Warum bin ich hier?“
Im Osten fragst du: „Wo gehe ich hin?“
Wenn du alle Richtungen abgeschlossen hast, gehe nochmals im Uhrzeigersinn um den Baum zu der Richtung, die für dich am kraftvollsten war. Umarme den Baum noch einmal und verbinde dich mit deinen Chakren. Gib all das weg, was du für dich nicht mehr brauchst. Sprich ein Gebet nach deinen Worten. Zum Beispiel: „Grosser Geist, ich lasse meinen Mangel an Selbstwert los und übergebe sie dem Baum“. Lass dem Baum etwas Tabak als Dank zurück und verabschiede dich von ihm.
 
8. Das Frühlingserwachen:
Leben ist Veränderung. Der Frühling zeigt uns in grossartiger Weise, was es bedeutet, die inneren Seelenknospen von der inneren Sonne bestrahlen zu lassen, damit sie ihre blumende Pracht in allen Farben zeigen. Es ist das Erwachen der eigenen Visionen und Träume die während der introvertierten Winterzeit langsam an die Oberfläche unseres Bewusstseins gestiegen sind um zu erwachen.
Leider ist unser Wachstum nicht immer im Gleichklang mit den Naturgesetzen. Alte Dinge loszulassen erschafft den freien Raum, sodass Neues in unser Leben treten kann. Träume wollen wachgetanzt und manifestiert werden. Denn alle Dinge, die wir in unserm Leben erreicht haben sind über die Traumdimension der Seele zur Formgebung gekommen. Unsere künstlerische Originalität, die in jedem von uns einmalig wohnt, ermöglicht es, mit jedem neuen Frühling neue Ebenen unseres Bewusstsein zu erschliessen. Um ihn zu nutzen ist ein kleines Zeremoniell mit der Natur eine segensreiche Sache.
Setze dich an einen Platz in der Natur, der dich in deine Kraft bringt. Verbinde dich mit der Umgebung. Mit den Steinen, den Gräsern, Blumen und Bäumen, mit der Erde und dem Himmel. Sprich zu ihnen und erzähle ihnen von deinem inneren Frühling und deinen Visionen die du manifestieren möchtest. Teile auch mit, das alles, was dich nicht mehr unterstützt jetzt sterben darf.
Nimm einen blühenden Ast eines Obstbaumes und verbinde ihn mit deinem Herzen. Bitte darum, dass diese Blüten den lieblichen Duft in deinem Herzen zum erwachen bringen und mit ihm deine innere Pracht deiner Visionen Einlass in dein Leben finden.
Bedanke dich und segne deinen inneren Frühling.
 
9. Die Geschichte von der Goldenen Kugel:
Von der Grossen Runde gehen wir immer mit einer Lernabsicht und entsprechenden „goldenen“ Gaben in eine neue Verkörperung, die wir leider beide beim Durchgang durch den „Schleier des Vergessens“ im Bardo, zwischen der 5. und der 3. Dimension, vergessen. Doch Bewusstheit entsteht aus schamanischer Sicht durch Erinnerung und Lernen. D. h. ein Sich-Erinnern an den Ursprung des Lebens, ans Göttliche. An das, was in uns holistisch als „goldene Kugel“ zugrunde gelegt ist!
Bereits in frühen Kinderjahren werden unsere noch zarten „goldenen Gaben“ verletzt, sodass die Kugel, wie beim Brunnen des „Froschkönigs“, als Schutz tief in unseren Schatten fällt, sodass sie niemand aus Unachtsamkeit zerstört. Wegen diesen Verletzungen panzern wir uns; dieser „Schutz“ und der darauf folgende „Verlust“ ist normal und passiert bei jedem Menschen. Darüber Jammern hilft also nichts! – Durch Erinnern und Lernen kann die Goldene Kugel wieder poliert werden, sodass sie glänzen und zum richtigen Zeitpunkt sichtbar werden kann.
Es gilt also, das „Böse“ in unserem Schatten zu transformieren, all die „Gespenster“ und „Monster“ aus unserem Unterbewussten heraus zu holen um die eigene Schönheit, Kraft und Medizin zu leben.
An einem kraftvollen Ort verbinde Dich mit den vier Elementen. Rufe und bitte das Leben als Verbündeten dir zu zeigen, wo und wie du deine Kugel verschwinden liessest. Was musst Du tun, damit Du Dich an sie erinnerst und sie wieder zur Verfügung hast? Das Horchen nach Innen, in meditativer Entspannung öffnet Dich für Antworten und Hinweise. Nicht im Grossen sondern im Kleinen werden Veränderungen möglich sein. Danke für die Einsichten und Erkenntnisse
 
10. In Resonanz zum Leben:
„Aufmerksamkeit ist Kraft“, lautet ein schamanischer Wahlspruch. Da, wo mein Fokus hinfällt finde ich meine grösste Anziehungskraft. Bewusst zu fokussieren bedeutet, die innere Aufmerksamkeit den Bedürfnissen der eigenen Persönlichkeit angeglichen zu haben. Viele male sind es die unbewussten Dinge im Leben, die uns anziehen. Unser Unterbewusstsein, kennt Bereiche die nach und nach an die Oberfläche unseres Bewusstseins treten. Diese Schatten sind Teil unseres Potenzionals und unserer Resourcen. In ihnen finden wir das, was unsere Seele als zu integrieren beabsichtigt.
Oft gelingt es uns nicht den Fokus so zu lenken, dass er das Beabsichtigte beinhaltet. Denn viele Muster und Verhaltensweisen habe eine eigenständige Dynamik in unserem Unterbewusstsein hinterlassen, die in uns wirken. In diesem Moment richtet sich der Fokus nach dem beteiligten Muster, das besagt, wie etwas ist. Erkenne ich, dass nein Fokus schon wieder da gelandet ist, wo ich mich unbewusst wiederhole, kann ich erkennen und dadurch aus dem Muster, das den Fokus erzeugt hat, heraustreten. Der Fokus steht für Anziehungskraft und Magnetismus. Unausweichlich richten wir uns da hin, wo wir, wie ein Resonanzkörper eines Instrumentes mit den Energien draussen in Resonanz und Gleichklang treten. Aus schamanischer Sicht sind wir Menschen „magnetisch, anziehende Gedankenräume“ (MAG) und ziehen genau das in unser Leben, was unseren bewussten oder unbewussten Interessen dient. Hier kann ich erkennen, wer ich auch noch bin, denn der Schatten hat eine äusserst machtvolle Anziehungskraft. Angst und Schatten gehören zusammen wie Liebe und Licht. Diese zwei Wege stehen uns Menschen zur Verfügung das Leben als Abenteuer der Seele zu leben. Auf was sich unser Fokus richtet, hängt sehr mit unserem Unbewussten zusammen, das ins Bewusstsein treten will.
Freiheit ist nicht ein weltliches sondern ein kosmisches Gesetz. Die Freiheit ist der Weg der Liebe. Auf dem Weg der Angst verliere ich sie und trete ein in die Gefangenschaft. An meinem Fokus erkenne ich, wo ich mich einlasse und mit was ich mich verbinden möchte. Jeden Moment kann ich mich neu entscheiden. Den Fokus, der dauernd den Schatten und die Dunkelheit sucht, muss ich nicht länger akzeptieren. Ich kann ihn neu programmieren und ihn dem Weg der Liebe zuordnen.
Ein kleines Zeremoniell kann mir dabei helfen meine Fokus-Absichten neu meinen Wünschen anzupassen. Der Fokus ist wie Grossvater Sonne. Er ist das Licht, der Samen und die Wärme für alles Leben. Ich finde für mich einen Platz der Kraft. Ich lade die Elemente, Wasser, Erde, Luft und Feuer ein, an diesem Platz mich in meiner Absicht zu unterstützen. Ich bitte das Element des Feuers, das die Sonne repräsentiert, in mein Unbewusstes und mein Bewusstes einzutreten. Folgende Worte haben Wirkung: „ Ich weiss, dass ich Teil der gesamten Schöpfung bin. Ich bitte Dich, Grossvater Sonne in meine Energie zu treten, sodass ich meinen Fokus dem Deinen angleichen kann. Ich bitte, dass mein neuer Fokus mir hilft, das Licht meiner Seele zu manifestieren um Unbewusstes und Überbewusstes mit dem Bewusstsein gleich zu schalten. Dies nach dem Gesetzt von Langzeitfreude und Kurzzeitschmerz. Ich danke!“
 
11. Zeit und Raum:
Zeit und Raum sind die Grundlage der dritten Dimension. In ihnen finden Wachstum und Evolution auf der physischen Ebene statt. In den Zyklen der Zeit, die von unserem Erdtrabanten, dem Mond gesteuert werden, findet der Reifungsprozess eines jeden Menschen statt. Eingebunden in die Mondzyklen erfahren wir das Leben als eine grossartige Herausforderung, von ihm zu lernen. Unausweichlich vermag die Zeit uns das zu präsentieren, was unser Wachstum fördert. Das Schicksalhafte, was in ihr enthalten ist, will uns daran erinnern, dass allem eine kosmische Ordnung zu Grunde liegt. Verlieren wir das Vertrauen in Raum und Zeit, wird es uns nicht möglich sein, die tieferen Zusammenhänge, die in ihnen enthalten sind, zu erkennen. Dadurch ist es leicht möglich die Zeit als Tyrannen zu erfahren, die einem nicht den Raum zur Verfügung stellt, den man für seine Entwicklung benötigt. Die Zeit nicht nutzen zu können kann beträchtlichen Einfluss auf unsere Gewohnheiten und unser Wachstum haben. Der Frühling zeigt uns, dass das Wachstum ein Geschenk der Schöpfung ist. Doch wie oft haben wir das Gefühl, dass sie immer schneller läuft, was die Fragen aufwirft, wie nah oder weit entfernt ist die Zeit von der kosmischen Ewigkeit?
Als Menschen haben wir Zugang zu anderen nicht alltäglichen Wirklichkeiten. In ihnen ist unsere Seele genauso zu Hause wie in der dreidimensionalen Zeit. Jede Nacht ist unsere Seele in ihrem Traumkörper unterwegs um in den kosmischen (nagualen) Räumen der „Zeit“ Erfahrungen zu machen. Je nach Standpunkt, kann Zeit und Raum sehr unterschiedlich wahrgenommen werden. Zeit kann beschleunigt oder verlangsamt werden, sie kann ausgedehnt oder angehalten werden, doch immer ist sie die Grundlage unseres Daseins.
Um mich in die evolutionäre Zeit einzuklinken kann ich ein kleines Ritual gestalten: Ich setze mich an einen Bach der fliesst. Mit meinem Herzen verbinde ich mich mit dem fliessenden Wasser, das die Geheimnisse der Zeit kennt. Ich bitte das äussere Wasser in meinem Inneren die „Uhr meiner Emotionen“ der heilenden Zeit anzugleichen, was mein inneres Wasser neu kodiert. Mit einer Blume bedanke ich mich beim Wasser das mir Leben schenkt.
 
12. Trinität:
Schatten, Ego und Persona erschaffen die Form des Lebens. Als Dreiheit halten sie uns auf unserem Sitzplatz fest, den wir für unsere Lebenserfahrung gewählt haben. Der Schatten beinhaltet unser Unbewusstes, unseren „Rucksack“, den wir alle mit in dieses Leben gebracht haben. In ihm sind alle unerledigten Dinge enthalten, die wir als Lebenserfahrungen in den verschiedensten Existenzen zusammen getragen haben. Ein Kriegerwahlspruch lautet: „Lass mich meinen Schatten unter meinen Füssen zu mir zu nehmen, als Teil, der zu mir gehört“. Üblicherweise wollen wir mit ihm nichts zu tun haben, sodass wir ihn nach Aussen projizieren. Sicherlich finde ich ihn dann bei meinem „Nachbarn“.
Das Ego besagt wer ich bin und was ich kann. In ihm sind die Kindheitsgeschichten abgelegt, die besagen wie, was und wer ich bin. Dadurch treten wir in Vergessenheit und verlieren den Auftrag unserer Seele, was sie für diese Inkarnation (in carne) beabsichtigt. Das natürliche Verhalten des Egos ist, das Zepter des Bestimmens zu übernehmen. Dadurch wird die Stimme der Seele unhörbar.
Die Persona trägt alle Masken die ich mir für meinen „Lebenstanz“ zulege. Sie ist zuständig dafür, wie ich mich nach Aussen zeige und in Erscheinung trete. Viele dieser Masken stehen dem Schatten und dem Ego zur Verfügung, sich in der Welt Aufmerksamkeit und Wirkung zu erschaffen. Die Vielfalt der Persona, die wir nach Aussen leben, ist grenzenlos an Möglichkeiten und Vielfalt.
Schatten, Ego und Persona bilden die Dreiheit des Lebens. In ihnen ist alles Enthalten, was das Leben uns an „Hausaufgaben“ stellt. Hier kann ich meine Geschichte umschreiben, indem mein Schatten als mein „Guthaben“ eine neue Definition erhält. Denn in ihm finde ich mein Potenzial meiner Ressourcen für meine zwei Begleiter, Ego und  Persona.
 
13. Die innere Familie:
Das Erscheinen in dieser Welt wird uns über unsere Ahnenlinie ermöglicht. Die Grundlage bildet das Familiensystem, dass uns die gewünschten Erfahrungen vermitteln. Dieses äussere Familiensystem ist aber gleichzeitig ein Spiegel unseres Selbst.  Denn in jedem Menschen ist ein eigenes, inneres Familiensystem angelegt, das die gesamten Lebenserfahrungen bis in die kleinsten Einzelheiten aufzeichnet. Im Schamanismus wird diese Innere Familie als „die fünf Schilde“ bezeichnet. Diese gleichen Energiewirbel oder -Scheiben in der feinstofflichen Aura. Das kleine Kind ist der erste Schild. In ihm finden wir die hellen wie die dunklen Geschichten der Lebenserfahrung. Im zweiten, dem Erwachsenen Schild erlangen wir das Verständnis für die Situation des ersten Schildes. Dies ermöglicht, dem inneren Kind das zu geben, was es für sein Wachstum benötigt. Hier findet das Umschreiben der alten Geschichten statt. Der dritte Schild ist der Spirit Erwachsene. Für die Frau ist dies der innere Mann. Für den Mann ist dies die innere Frau. Der vierte Schild ist das Spirit Kind. Bei der Frau ist dies der innere Junge und bei den Mann das innere Mädchen. Der fünfte Schild im Zentrum unseres Wesens, sind die Spirit Grosseltern, Grossvater und Grossmutter. Sie haben uns aus dem Licht hier hergebracht und werden uns auch wieder zurück zum Licht bringen.
Die ersten zwei Schilde erfahren wir physisch (Tonal) in unserem Leben. Die drei weiteren hingegen werden nur auf der energetischen, nicht physischen Ebene (Nagual) erfahren. Das Arbeiten mit ihnen verbindet uns mit unseren heiligen Gaben, die wir in unserer Erinnerung eingeschlossen haben. Das ausbalancierte System dieser inneren Familie ermöglicht Heilung und vermag dem Alltag das Aussergewöhnliche zu entlocken.   
 
14. Das Buch des Lebens:
Unser Körper ist das Haus unserer Seele. Aus schamanischer Sicht ist er Träger des Wissens, das im Zusammenhang zu unseren Lebensbüchern steht. Sie sind bekannt als Akasha Chronik und beinhalten die gesamten Erfahrungen, die eine Seele in all ihren Existenzen je gemacht hat. Der Körper mit all seinen Milliarden von Zellen, hat dieses Wissen in seinem Zellgedächtnis gespeichert. Schmerz wie Krankheiten kommunizieren mit unserem Körperwissen und bieten uns einen Spiegel zur Selbsterkenntnis. Beides sind sie Lehrer, die uns ermöglichen, Gewohnheiten zu ändern, die Urheber von Disharmonien sind. Krankheit und Schmerz werden dann zu einem Tyrannen, wenn sie keinen Sinn machen und nicht verstanden werden. Den Körper zu lesen und zu verstehen lernen, ist der Weg zur Umkehr.
Im Buch des Lebens sind auch alle Krankheiten aufgeführt, durch die die Seele lernen will. In einer kleinen Zeremonie, kann den Welten kundgetan werden, dass ich meinen Körper mit all seinen Erscheinungsbildern als Lehrer wieder anerkenne und ihn achte. Ich bitte ihn, dass er mich lehrt zu verstehen, was er mir mitteilen will. Wenn ich mir selber Krankheiten zufügen kann, kann ich mich mit seiner Hilfe auch wieder selber heilen. Dann, wenn mir „die Krankheit wieder Zeit gibt“, in ihn hinein zu horchen. Heilung und heilig stehen im unmittelbaren Zusammenhang und verdeutlichen, dass unser Körper das heiligste ist, was unsere Seele für diese Erd-Erfahrung als Grundlage besitzt. Stellen wir dies in Frage, stellen wir den Schöpfer in Frage. Das kann so lange im Buch des Lebens geschrieben stehen, bis ich die Geschichte selber umschreibe.
 
15. Die erwachte Erinnerung:  
Der 12. Monat ist der Monat der erwachten Erinnerung. Als Menschen sind wir durch diese Inkarnation in den kleinen Kreis des Vergessens getreten. Die Erinnerung wurde uns dadurch genommen, sodass wir die grossen Zusammenhänge, die unsere Seele kennt, verloren haben. Um gewisse Dinge zu lernen hat sich unsere Seele für dieses Leben entschieden. Die Fragen: „woher komme ich, wer bin ich und wohin gehe ich“, können Antwort geben, sich daran zu erinnern. Als Menschen sind wir Mittler zwischen Himmel und Erde. Wie Oben so Unten und wie Unten so Oben. Um den Himmel auf Erden zu bringen, will unsere Seele sich in ihrer ganzen Schönheit auf dieser Erde manifestieren,.
Jedes Jahr feiern wir Weihnachten um die Erinnerung zu erwecken. Jesus hat mit seinem Leben und seiner Lehre das Licht der bedingungslosen Liebe auf diese Erde gebracht. Die letzten 2000 Jahre wurde alles Leben durch sein Christusbewusstsein erhellt und genährt. Das Fest der Liebe möchte, dass sich die Menschen wieder an die grossen Zusammenhänge erinnern. Denn Jesus hat verständlich gemacht, dass wir gleich sind wie er. Wo die Schöpfung ist, ist auch der Schöpfer untrennbar mit ihr verbunden. Das betrifft auch uns Menschen. Erinnerung bedeutet soviel, wie „Er innen“. Jesus erinnert uns daran, mit den Worten: „ Ihr müsst noch grössere Werke tun, wie ich sie getan habe“.
Aus der schamanischen Sicht finden wir Jesus im Zentrum der fünften Welt der Mutter Erde, dem Ahnenrad. Als aufgestiegener Meister ist er Wegbereiter und Beschleuniger für das spirituelle Wachstum aller fünf Welten der Mutter Erde. Alle aufgestiegenen Meister erinnern uns, dass jedes Ding ein Universum in sich selbst ist und alles in sich untereinander in Verbindung steht. „Er Innen“, erinnere Dich.
 
16. Exhibitionismus, Voyeurismus und Spontanität:
Im Schamanismus bezeichnet man Aufmerksamkeit als Kraft. Diese gestaltet sich durch das Energiedreieck von Exhibitionismus, Voyeurismus und Spontanität in ein lebendiges Ganzes. Der Schlüssel zum Exhibitionismus liegt in der Selbstakzeptanz. Wer sich selber nicht akzeptieren kann, wird sich auch nicht auf die „Bühne des Lebens“ stellen.
Der Schlüssel zum Voyeurismus liegt in einer offenen Geisteshaltung. Die Vielfalt des Lebens ohne Urteil zu betrachten, um all die vielen Kleinigkeiten wahrzunehmen, erschaffen ein grösseres Verständnis für den Alltag.
Der Schlüssel zur Spontanität  liegt in der Möglichkeit, die Chance zu ergreifen. Dies bedingt Schnelligkeit und Flexibilität.
Die Kinder haben diese Gaben noch in sich und bereichern damit ihr Leben. In der Erwachsenenwelt haben sich die Verhaltensmuster breit gemacht, die uns oft aus diesem Energiedreieck herausreissen und uns die Fülle des Lebens auf ein Minimum reduzieren. Folgende Fragen können Einsicht ins eigene Verhalten geben: „Wie oft halte ich mich im Leben im Hintergrund, sodass ich mich nicht zeigen kann?“ „Oder warum stehe ich immer zuforderst auf der Bühne, ohne dass ich mich wirklich zurücknehmen kann?“ „Warum verpasse ich immer die schnellen Dinge, die mir das Leben als Chance bieten?“
In all unserem Verhalten liegen die Muster, die im Unterbewusstsein kodiert sind. Solche Programme können verändert werden, indem man sie erkennt und neu bestimmt. Zum Umschreiben des Lebensbuches stehen verschiedene Zeremonien zur Verfügung.
 
17. Zwei mögliche Wege:         
Emotionen bedeuten so viel wie "E-motion" oder „Energie in Bewegung“. Unser Emotionalkörper entspricht dem gebenden Prinzip. Jede Emotion hat einen bestimmten Sitzplatz im Körper. Angst zum Beispiel wird über die gesamte Peripherie unseres Körpers als spürbare Lähmung ausgedrückt. Emotionen, wie Zorn, Hass, Eifersucht, Gier, Habsucht, Neid, Kritiksucht etc. sind verantwortlich für unsere Krankheiten in unseren unterschiedlichen Körpern. Sie verhindern das Leben und verengen unsere Körpergefässe und nähren unsere vielfältigen Krankheiten.
Diese entsprechen den dunklen Pfeilen, die wir in die Welt hinaus schiessen, die einem Bumerang gleich wieder zu uns zurückfinden.
Die hellen Pfeile entsprechen den liebevollen Emotionen, die den Selbstwert bereichern und das Leben nähren. Gefühle der Dankbarkeit, des Vertrauens, des Mitgefühls und der Einfühlsamkeit verbinden uns und öffnen den Raum für die bedingungslose Liebe. Liebe ist sich selbst der Lohn. Sie bedarf keinerlei Zutaten, denn sie ist die Grundenergie des gesamten Universums.
Angst und Liebe stehen in Polarisation zueinander. Somit ist es unsere Entscheidung welchen dieser Wege wir begehen wollen. Es gibt nur diese Zwei! Entscheide ich mich für die Angst, wähle ich den Langzeitschmerz gepaart mit der Kurzzeitfreude. Entschliesse ich mich für die Liebe, betrete ich den Weg der Langzeitfreude gepaart mit dem Kurzzeitschmerz. Leider wird für die Liebe sehr wenig Werbung gemacht. Die Angst hingegen berieselt und infiziert uns tagtäglich. Sie lähmt und macht uns für Manipulationen empfänglich.
Die Liebe befreit und macht uns zu dem was wir sind. Als Mensch kann ich mich vertraglich für die Liebe als Weg entscheiden. Das Leben freut sich darauf, mich dabei zu unterstützen.
 
18. Altes sterben lassen:
Im Schamanismus ist der Tod ein wichtiger Verbündeter. Als Dualität steht er dem Leben gegenüber. Ohne ihn gäbe es kein Leben. Er ist der grosse Umwandler der Leben erschafft. Ohne Altes sterben zu lassen, kann kein neues Leben gedeihen. Die Schöpferkräfte sind in 20 Zahlen aufgeteilt. Die Erdmutter ist gleichzeitig die Todesmutter, sowie die Lebensmutter. Sie entspricht der 13, die in unserer Kultur als Unglückszahl verkannt ist. Die Erdmutter ist die Spirit-Mutter aller Pflanzen. Die Pflanzenwelt ist der 3 zugeordnet. Wenn wir Nahrung zu uns nehmen, essen wir die 3, die Pflanzen. Doch genährt werden wir über den Spirit der Pflanze, die 13. Dadurch erschafft der Tod Leben, denn die Pflanze stirbt für uns.
Als Menschen sind wir dauernd in Veränderung, verursacht durch den wohlmeinenden Tod. Unsere Körperzellen werden täglich millionenfach erneuert. Altes stirbt, Neues entsteht. Das betrifft auch unsere Verhaltensmuster, die wir aus unserer Kindheit mitgebracht haben. Viele dieser Glaubensmuster haben ihre Richtigkeit verloren.
Unser blühender Lebensbaum ist verbunden mit unserer Ahnenlinie. Morsche Äste und alte Früchte können wir fallen lassen. Wie der Baum, sind auch wir Menschen Bestimmer, diese Veränderungen im Leben selber herbeizuführen.
Wenn ich dafür bereit bin, mache ich mit meinem Lieblings Baum eine kleine Zeremonie. Ich teile dem Baum meine Absichten mit und bitte die Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft mich zu unterstützen. Ich teile dem Baum mit, welche Verhaltensmuster ich sterben lassen will und welche Neuen jetzt in meinem Leben wirken sollen. Je stärker die neuen Gewohnheiten den neuen Fokus bestimmen, desto schneller verschwinden die Alten. Bitte den Baum, ein neues Verständnis für den Tod zu erhalten. Sei offen für Antworten! Lasse ein kleines Geschenk bei ihm zurück und bedanke dich bei ihm.
 
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 Wie klein sind wir Menschen doch?
Ein Navajo Gebet:
Ho, Grosses Geheimnis, grosser Geist, ich sende meine Stimme, ich bitte um die Kraft und Unterstützung auf meinem Weg mit Herz.
 
Lass Schönheit vor mir sein – damit ich die Schönheit dieses blauen Planeten sehen kann.
 
Lass Schönheit hinter mir sein – damit die anderen Wesen dieser Erde meine Schönheit sehen
und meine Medizin schmecken können.
 
Lass Schönheit links von mir sein – damit ich die Schönheit und Medizin der anderen Wesen mit meinem Herzen empfangen kann.
 
Lass Schönheit rechts von mir sein, damit ich mich selber, das Leben und alle anderen Wesen in Schönheit mit meiner Kraft berühren kann.
 
Und ich bitte zu lernen, meinen Schatten unter meine Füsse zu legen, als etwas, was zu mir gehört und mir Kraft gibt, meinen Weg zum Lichte zu gehen.
 
Ho! Grosser Geist, das ist, um was ich bitte
 

Das Wissen, geschrieben in der Natur fragt nach unserem Verbündet-Sein.
 
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