Batik
Rückblickend scheint die Zeit, die ich 4 Jahre in Indonesien verbracht habe wie ein Traum. Vielfältige Batikbilder aus dieser Zeit haben ihn in reichhaltigen Einzelheiten festgehalten. Den unten stehenden Text habe ich aus meinem Buch "Das Harte und das Weiche" übernommen, kommentiert von Robert Osterwalder, erschienen im Eigenverlag 1979.

Die alte, traditionsreiche Kunst der Batikmalerei erfuhr W. B. Probst mit besonderer Intensität während seines vier jährigen Indonesienaufenthaltes. Damit traten nach dem figürlichen Schmieden und den Linien des Zeichnens die Farben neu in seinen Wirkungskreis. Eine seltsame fast magisch-geheimnisvolle Welt, die mit dem Bild „Feuerbarong“ und „Balinesische Götter“ eindrucksvoll einzufangen vermochte, offenbarte sich ihm. Doch jenes waren nicht die Motive, mit denen der junge Europäer in Asien seine zweite Lehre begann, mit dem er sein oft empfindendes Verlangen nach Freiheit und Anderssein stillen wollte. Auf dem Boden sitzend, die Leinwand über die eine Handfläche gebreitet, mit der anderen Hand den Tjanting führend, so drang W. B. Probst unentwegt in die Batikgeheimnisse ein.
 Alle seine Bilder sind damals auf diese schlichte Weise entstanden. Aus den ersten Versuchen resultierte eine Art „Kinderbatik“ mit heiteren Szenen aus der Asterix-Reihe oder anmutigen Kompositionen von bunten Schnecken. Erst nach diesen farblichen und formlichen Experimenten getraute er sich an die Batik typisch indonesische Prägung heran, die sich besonders durch seine abgestuften Braun-Farbtöne, die vielseitigen Formen, die im bestimmten Rhythmus aufgebaut sind, und eine reiche, zum Teil der Pflanzenwelt entlehnten Ornamentik auszeichnet. Zwei Jahre später (1975) kam W. B. Probst nochmals auf den indonesisch angehauchten Batik zurück, wobei er dieses mal eher Mandalaformen verwendete und teilweise abgewandelte Stempelmotive sowie eine viel breitere Farbenpalette wählte, als diese in Indonesien üblich war. Von Anfang an ging W. B. Probst seinen eigenen Weg.

Batik schaffen hiess für ihn, seine zweite, noch unbewusste Seite, eben die weiche, aufleben zu lassen. Inspiriert durch das einheimische Batiktum – dessen Stil er aber nie kopieren wollte – fand er verschiedene technische Varianten, um seinen Empfindungen und seinem Auge Ausdruck zu verleihen. Für ihn war allein schon der technische Aspekt einer Aufgabe Anreiz genug, etwas Neues, Eigenes zu versuchen.
Mit Recht bestätigt ihm ein in Holland erschienenes Batikbuch überdurchschnittliche technische Fähigkeiten und selten gesehene Perfektion. (Miep Spee, „Traditionele en moderne batik“, Cantecleer bv, de Bilt 1977).
Alle seine in Indonesien vollendeten Batikbilder sind als Ergebnis seiner technischen Versuche anzusehen; es sind im weitesten Sinne Forschungsresultate, die deutlich auf das entsprechende Experimentierfeld hinweisen, zum Beispiel die Ornamentbatik, die Mosaik- oder Auffärbebatik oder auf das kombinierte Knüpf-Wachs-Verfahren. Vielfach steigert vermehrtes Einfärben die Wirkung eines Batikbildes; bis zu 24 Färbungen sind möglich Solch komplizierte Färbungsprozesse bedingen viel Übersicht und Vorstellungskraft und eine profunde Kenntnis der Farben, da ja das Batiken auf einer Negativtechnik beruht.
Im Folgenden werden die wichtigsten von W. B. Probst angewandten Techniken in den einzelnen Alben vorgestellt.
 
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