Portrait > Die Kunst
Art der Metaphysik
Als Menschen sind wir symbolverarbeitende Wesen. So ist es für mich ein Anliegen Symbole der Schönheit oder Abstraktion zu finden, die in Resonanz zu meinem Innenleben stehen. Als Künstler suche ich die Entsprechung, das Äussere, das dem Inneren entspricht und das Innere, das sich im Aussen materialisiert. Dazu gehört auch die Vielfalt, die sich in den unterschiedlichen Materialien ausdrückt: Bronze oder Stahl, Papier oder Textil, Farben, Holz oder Stein. Alle sind beseelt und tragen einen unterschiedlichen Geist in sich.

Deshalb bin ich Werkzeug wie Kanal. Es entstehen durch meine Hingabe Werke, für die ich Geburtshelfer aber auch Bestimmer bin. Ich helfe einer inneren Form, sich zu zeigen. Visionen, die sich oft über einen längeren Zeitraum immer wieder melden, suchen Manifestation. So zieht sich mein Malstil, der "transzendenten Linien" der 75-er Jahre durch mein ganzes skulpturelles Schaffen der letzten 32 Jahre.

Oft ist es nicht einfach mit der eigenen Sensibilität umgehen zu können. Eine gesunde Portion Ego gehört dazu, um sich selbst nicht zu verlieren. Meine Kunst muss mich berühren, damit ich andere damit berühren kann. In der Tiefe des Unterbewusstseins ruhen viele unbekannte Dinge. Somit ist die kreative Arbeit immer zu einem Teil Konfrontation mit dem eigenen Unbekannten. Künstler-Sein führt zu einem Lebens- und Lernprozess. Sich selber dauernd "ausgeliefert" zu sein bedingt ein ständiges Finden und ausbalancieren der eigenen Mitte.
Das heisst: Originalität und Einmaligkeit sind Standart und bilden die grundlegende Absicht meines Schaffens.
Alles fügen
Viele Bücher habe ich geschrieben
in all den Leben der Erinnerung,
viele Schlachten um zu siegen,
Schlachten der Verhinderung.
Nachzuschlagen diese Werke,
die so weit entschwunden sind,
Zeitkanäle sind nicht unsere Stärke,
da wir hier gebunden sind.
Eingeflochten ins Geschehen,
verklebt, verstrickt und eingedickt,
durch Schnelligkeit kann man sehen
wo Achtsamkeit die Welt erblickt.
Ich wälzte mich schon viele Male
in Raum und Zeiten, fern entrückt,
mich zu erheben am Lebensmahle,
Wirken, dass das Leben entzückt.
Vergessen sind die vielen Schichten,
bedeckt durch weltliches Belangen,
an der Oberfläche lässt sich richten,
Teilen macht gefangen.
Nicht zu richten um zu siegen,
den Streit zu schlichten
zwischen Mann und Frau,
die Einheit dichten,
der gemeinsame Traum.
Die Teilung wollte sich erfahren,
dass die Gegensätze schwinden,
seit vielen, vielen Jahren
in mir, mich selbst zu finden.
Die Täuschung war ein guter Kamerad,
so auch Zweifel und der Streit,
zu flüchten aus dem Lebensrad,
die Kosten, Harmonie und Verbundenheit.
Schulden,
Nahrung aus der Dunkelheit
musste ich erdulden,
die Scham, der Streit mit der Göttlichkeit,
frei gewählt, zum eigenen Vergnügen.
heute empfinde ich Dankbarkeit,
zu verzichten auf alle Lügen,
Verbindung von hier und drüben.
Alles, um sich zu fügen.
W. B. Probst
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